Moers, 29. September 2026. Ein guter Tag für die Natur in Moers: Mit der heutigen Abschlussveranstaltung zur kommunalen Biodiversitätsstrategie erreicht ein umfangreicher Planungs- und Beteiligungsprozess einen wichtigen Meilenstein. Auch die Ratsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN war bei der Veranstaltung vertreten und begrüßt die Ergebnisse mit großer Freude.
„Darauf haben wir lange gewartet“, freut sich Silvan Olzog. „Endlich haben wir eine gemeinsame Grundlage dafür, wie sich unsere Stadt ökologisch weiterentwickeln kann. Besonders erfreulich ist, dass wir nicht mehr nur über einzelne Grünflächen oder isolierte Naturschutzprojekte sprechen, sondern die biologische Vielfalt künftig in der gesamten Stadtentwicklung berücksichtigen können.“
Die im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt geförderte Strategie wurde von der Stadt Moers gemeinsam mit einem interdisziplinären Planungsteam entwickelt. Begleitet wurde der Prozess durch verschiedene Beteiligungsformate, in denen sich Fachleute, Initiativen sowie Bürgerinnen und Bürger einbringen konnten. Für die GRÜNEN ist das Ergebnis ein wichtiger Schritt hin zu einer zukunftsfähigen Stadtentwicklung, bei der Natur- und Artenschutz nicht länger isoliert betrachtet werden, sondern zu einem festen Bestandteil kommunalen Handelns werden können.

Die neue Strategie verfolgt einen umfassenden Ansatz. Bestehende wertvolle Naturräume sollen geschützt und weiterentwickelt, Lebensräume miteinander vernetzt und neue ökologische Verbindungen innerhalb des Stadtgebiets geschaffen werden.
Eine zentrale Rolle spielt dabei der Moersbach als blaugrünes Rückgrat der Stadt. Gleichzeitig sollen innerstädtische Grünflächen, Gewässer, Straßenräume und Gebäude stärker zur biologischen Vielfalt beitragen.
Besonders erfreulich sind aus Sicht der GRÜNEN die konkreten Instrumente, die im Rahmen des Projekts entwickelt wurden. Ein Werkzeugkoffer für die ökologische Grünflächenpflege soll helfen, bestehende Flächen naturnäher zu bewirtschaften. Eine Checkliste mit ökologischen Standards soll dafür sorgen, dass die biologische Vielfalt bereits bei der Planung und beim Bau öffentlicher Gebäude und Grünanlagen berücksichtigt wird. „Das Entscheidende ist für uns, dass Natur künftig nicht mehr als schmückendes Beiwerk betrachtet wird“, erklärt Christian Hommel. „Eine artenreiche Stadt ist gleichzeitig eine lebenswerte Stadt. Mehr Grün, gesunde Böden, naturnahe Gewässer und miteinander verbundene Lebensräume helfen nicht nur Tieren und Pflanzen. Sie verbessern auch das Stadtklima und damit unmittelbar unsere Lebensqualität.“

Ein besonders erfreulicher Bestandteil der Strategie sind für die GRÜNEN die sogenannten Lupenräume. Mit der blaugrünen Ader an der Keltenstraße und dem Biodiversitätskorridor in Repelen wurden konkrete Bereiche ausgewählt, an denen beispielhaft gezeigt werden soll, wie sich die Ziele der Biodiversitätsstrategie in die Praxis übertragen lassen.
Hier sollen unterschiedliche Maßnahmen zur Förderung der biologischen Vielfalt erprobt und gleichzeitig neue Möglichkeiten geschaffen werden, Natur unmittelbar im städtischen Umfeld zu erleben.
„Die Lupenräume sind ein wunderbarer Einstieg“, erklärt Silvan Olzog. „Hier wird aus einem theoretischen Konzept etwas ganz Konkretes. Die Menschen können unmittelbar vor ihrer Haustür erleben, wie sich Flächen verändern, neue Lebensräume entstehen und biologische Vielfalt unsere Stadt bereichert.“ Für Christian Hommel liegt darin auch eine besondere Chance für die weitere Umsetzung: „Wir müssen nicht darauf warten, bis die gesamte Strategie umgesetzt ist. Mit den Lupenräumen können wir anfangen, Erfahrungen sammeln und vor allem sichtbar machen, was möglich ist. Wenn die Menschen erleben, wie aus einer gewöhnlichen Grünfläche ein vielfältiger Lebensraum wird, schafft das Verständnis und hoffentlich auch Begeisterung für weitere Projekte.“
Die Lupenräume können damit zu sichtbaren Vorbildern für die gesamte Stadt werden. Sie bieten die Möglichkeit, unterschiedliche Maßnahmen praktisch zu erproben, Erfahrungen zu sammeln und erfolgreiche Ansätze anschließend auf weitere Flächen im Stadtgebiet zu übertragen.
Mit dem Abschluss des Projekts ist ein wichtiger Meilenstein erreicht. Doch die eigentliche politische Entscheidung steht noch aus. Damit aus den zahlreichen Ideen, Handlungsempfehlungen und konkreten Maßnahmen tatsächlich gelebte Stadtnatur wird, muss der Rat der Stadt Moers den politischen Willen aufbringen und die Verwaltung mit der Umsetzung beauftragen. „Wir haben jetzt eine hervorragende Grundlage, die mit Unterstützung des Bundes und unter Beteiligung vieler engagierter Menschen erarbeitet wurde. Aber ein Konzept allein verändert noch nichts“, betont Christian Hommel. „Jetzt ist die Politik am Zug. Wir hoffen sehr, dass sich im Rat eine breite Mehrheit findet, die der Verwaltung einen klaren Auftrag zur Umsetzung erteilt und damit auch die notwendigen Voraussetzungen schafft.“
Dabei geht es nicht darum, sämtliche Maßnahmen gleichzeitig umzusetzen. Entscheidend sind ein verbindlicher politischer Beschluss, klare Prioritäten, entsprechende personelle und finanzielle Ressourcen sowie eine langfristige Verankerung in der Stadtentwicklung. „Es wäre fatal, diese Chance jetzt nicht zu nutzen“, ergänzt Silvan Olzog. „Mit der Biodiversitätsstrategie liegt ein durchdachtes Konzept vor, das uns zeigt, wie wir Moers ökologisch und zugleich lebenswerter gestalten können. Die Vorarbeit ist geleistet. Jetzt müssen wir gemeinsam dafür sorgen, dass daraus auch etwas entsteht.“

Die GRÜNE Ratsfraktion begrüßt ausdrücklich, dass die Strategie nicht allein auf Verwaltung und Politik setzt. Auch Vereine, Initiativen, Unternehmen und die Bürgerschaft sollen aktiv eingebunden werden. Denn der Schutz der biologischen Vielfalt ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die nur dann langfristig erfolgreich sein kann, wenn möglichst viele Menschen daran mitwirken.
Die Fraktion wird sich dafür einsetzen, dass die Biodiversitätsstrategie nicht nur politisch beschlossen, sondern auch Schritt für Schritt umgesetzt wird. Die vorgeschlagenen Lupenräume bieten dafür einen konkreten und sichtbaren Anfang.
„Heute dürfen wir uns erst einmal freuen“, so Christian Hommel abschließend. „Mit Unterstützung des Bundes ist etwas entstanden, das Moers über viele Jahre positiv verändern kann. Jetzt liegt es an uns als Kommunalpolitik, diese Chance zu ergreifen. Wir haben einen Fahrplan für eine grünere und lebenswertere Stadt. Sorgen wir gemeinsam dafür, dass daraus Wirklichkeit wird.“
Weitere Informationen zum Projekt und zur Biodiversitätsstrategie finden Interessierte auf der Projektwebsite Stadtnatur-Moers.de