Pressemitteilung Vierte Dezernentenstelle: Falsches Signal in Zeiten leerer Kassen

12. Juni 2026

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in Moers kritisiert die geplante Schaffung einer vierten Dezernentenstelle im Rahmen des Stellenplans 2026. Angesichts der angespannten Haushaltslage und eines Defizits in Millionenhöhe halten die Grünen eine Ausweitung der Verwaltungsspitze für das falsche Signal.

Die Stadt Moers steht wahrscheinlich vor der Aufstellung eines Haushaltssicherungskonzeptes und muss in den kommenden Jahren erhebliche finanzielle Herausforderungen bewältigen. Umso unverständlicher ist aus Sicht der Grünen, dass ausgerechnet jetzt eine zusätzliche Führungsstelle geschaffen werden soll.

„Während die Stadt nach Einsparmöglichkeiten sucht und die Bürgerinnen und Bürger weitere Belastungen fürchten müssen, passt eine zusätzliche Dezernentenstelle überhaupt nicht in die Zeit“, erklären die Fraktionssprecher Gudrun Tersteegen und Christopher Schmidtke.

Nach Auffassung der Grünen müsste die Diskussion derzeit vielmehr darüber geführt werden, wie bestehende Strukturen effizienter gestaltet und zusätzliche Ausgaben vermieden werden können. „In der aktuellen Situation wäre eher Zurückhaltung beim Stellenaufbau angebracht. Angesichts der Haushaltslage müsste eigentlich über einen Null-Stellenplan nachgedacht werden, statt neue hochdotierte Führungspositionen zu schaffen“, so Tersteegen und Schmidtke weiter.

Besonders kritisch sehen die Grünen, dass bislang weder konkrete Einsparvorschläge zur Schließung des Haushaltslochs vorgelegt wurden noch nachvollziehbar dargestellt ist, welchen finanziellen und organisatorischen Mehrwert die neue Stelle bringen soll.

„Wir reden über ein Haushaltsdefizit von mehreren zehn Millionen Euro. Gleichzeitig soll eine zusätzliche Stelle mit erheblichem Kostenvolumen geschaffen werden. Wer einen solchen Schritt vorschlägt, muss sehr überzeugend darlegen können, warum diese Ausgabe notwendig ist und welche konkreten Vorteile sie für die Stadt bringt.“

Die Fraktion hat daher eine offizielle Anfrage an die Verwaltung gerichtet. Sie fordert eine transparente Darstellung der entstehenden Personal- und Folgekosten sowie eine belastbare Bewertung der behaupteten organisatorischen Verbesserungen und Einsparpotenziale.

„Bevor neue Führungsstrukturen geschaffen werden, erwarten wir zunächst Vorschläge zur Haushaltskonsolidierung. Die Bürgerinnen und Bürger haben ein Recht darauf zu erfahren, warum ausgerechnet in Zeiten knapper Kassen zusätzliche Spitzenstellen geschaffen werden sollen“, betonen die Fraktionssprecher.