12. Juni 2026 Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Rat der Stadt Moers hat eine Anfrage zur Umsetzung von sogenanntem „Energy Sharing“ gestellt. Hintergrund ist die zum 1. Juni 2026 in Kraft getretene Möglichkeit, Strom aus erneuerbaren Energien gemeinschaftlich über das öffentliche Verteilnetz zu nutzen.
Beim Energy Sharing können Bürgerinnen und Bürger Strom aus Photovoltaik- oder anderen Erneuerbare-Energien-Anlagen nicht nur selbst verbrauchen, sondern innerhalb einer Gemeinschaft auch anderen Haushalten zur Verfügung stellen. Die Grünen sehen darin eine wichtige Chance für die lokale Energiewende, die Stärkung von Bürgerenergieprojekten und eine bessere Nutzung regional erzeugter Energie.
„Energy Sharing kann dazu beitragen, die Energiewende stärker in die Hände der Menschen vor Ort zu legen. Wer gemeinsam erneuerbare Energie erzeugt, soll davon auch gemeinsam profitieren können. Uns interessiert deshalb, wie gut Moers auf diese neue Möglichkeit vorbereitet ist und welche Hürden noch bestehen“, erklärt Joe Kunze, Mitglied der Grünen Ratsfraktion.
Mit ihrer Anfrage möchten die Grünen unter anderem erfahren, wie weit der Einbau intelligenter Messsysteme in Moers fortgeschritten ist, welche Rolle Messstellen- und Verteilnetzbetreiber übernehmen und welche Voraussetzungen Bürgerinnen und Bürger erfüllen müssen, um Energy Sharing praktisch nutzen zu können.
Darüber hinaus fragen die Grünen nach den Angeboten der ENNI Energie & Umwelt Niederrhein GmbH. Insbesondere interessiert die Fraktion, ob das städtische Tochterunternehmen künftig passende Reststromtarife anbieten und die neuen Möglichkeiten aktiv kommunizieren wird.
„Die gesetzlichen Grundlagen sind nun geschaffen. Jetzt kommt es darauf an, dass die Umsetzung für die Menschen verständlich, unkompliziert und praktikabel wird. Wer eine Solaranlage auf dem Dach hat oder sich an Bürgerenergieprojekten beteiligt, sollte die Möglichkeit haben, den erzeugten Strom möglichst einfach mit anderen zu teilen“, so Kunze weiter, Mitglied der Grünen Ratsfraktion.
Die Grünen erwarten, dass die Stadtverwaltung gemeinsam mit den beteiligten Unternehmen transparent darlegt, welche Schritte für die Umsetzung erforderlich sind und wie Bürgerinnen und Bürger künftig von den neuen Regelungen profitieren können.