7. Oktober 2026 Die Ankündigung einer Kampfveranstaltung im Alten Hafthaus sorgt bei Bürgerinnen und Bürgern für Fragen, die auch die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN erreichen.
Unter dem Motto „100 Zellen, 100 Kämpfer, 100.000 Euro“ sollen dort offenbar Menschen gegeneinander antreten. Bis vor Kurzem wurde auf der Website und in den sozialen Medien ausdrücklich mit Kämpfen ohne sportliches Regelwerk und ohne Kampfrichter geworben. Mittlerweile ist dort von den „eigenen Regeln“ die Rede. Beworben wird die Veranstaltung unter anderem mit dem Satz: „Normalerweise kämpfst du für die Freiheit. Hier kämpfst du darum, im Knast zu bleiben.“
„Das Alte Hafthaus ist keine beliebige Eventkulisse. Hier waren über Jahrzehnte Menschen ihrer Freiheit beraubt. Gerade in den letzten Jahren seiner Nutzung warteten dort viele Menschen in Abschiebungshaft auf ihre Abschiebung und eine ungewisse Zukunft. Diesen Ort nun für ein derartiges Kampfturnier zu vermarkten, ist mehr als fragwürdig. Das Alte Hafthaus hat eine bessere und seiner Geschichte angemessene Zukunft verdient. Es braucht eine positive Entwicklung – zumal im Zuge des Verkaufs ganz andere Pläne für das Gebäude öffentlich dargestellt wurden“, erklären die GRÜNEN.
Die Fraktion will deshalb von der Bürgermeisterin wissen, ob der Stadt bereits entsprechende Genehmigungsanträge vorliegen und ob eine solche Veranstaltung mit ihren Vorstellungen für die zukünftige Nutzung des Hafthauses vereinbar ist. Schließlich war bislang von einem Kultur-, Event- und Begegnungszentrum die Rede. Dabei geht es nicht darum, einer behördlichen Entscheidung vorzugreifen, sondern um Transparenz und einen verantwortungsvollen Umgang mit diesem besonderen Ort.