Grüne Schulhöfe für Moers mit Aufenthaltsangeboten für Schüler*innen, Lehrkräfte und Erzieher*innen

21. September 2026

die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Rat der Stadt Moers beantragt, mit einem Pilotprogramm „Grüne Schulhöfe“ die klimaresiliente Gestaltung der Moerser Schulhöfe konkret voranzubringen.

Beschlussvorschlag

Der Rat der Stadt Moers beschließt:

  1.  Die Stadt Moers startet 2027 ein Pilotprogramm zur klimaresilienten Umgestaltung von drei städtischen Schulhöfen. Im Mittelpunkt steht insbesondere die Entsiegelung nicht benötigter Asphalt- und Betonflächen, Begrünung, Baumpflanzungen, Verschattung sowie ein besserer Umgang mit Regenwasser.
  2. Die Verwaltung legt dem zuständigen Ausschuss bis zum 31. März 2027 mindestens fünf geeignete Schulstandorte zur Auswahl vor. Kriterien sind insbesondere Versiegelungsgrad, Hitzebelastung, fehlende Verschattung sowie das Potenzial für Entsiegelung, Begrünung und Regenwasserversickerung. Die drei Pilotprojekte sollen bis Ende 2028 umgesetzt werden. Notwendige Sport-, Bewegungs-, Rettungs- und Erschließungsflächen bleiben erhalten.
  3. Schüler*innen, Lehrkräfte, Eltern und Schulleitungen werden in die Planung einbezogen. Die Umsetzung wird eng mit der bestehenden Klimaschutzinitiative KliMo und den vorhandenen KliMo-Teams an den Moerser Schulen verknüpft. KliMo verfügt bereits über Strukturen, in denen Schulen, Kinder und weitere Beteiligte eigene Klimaschutzprojekte entwickeln und umsetzen.
  4. Die Erfahrungen aus den drei Pilotprojekten sollen genutzt werden, um geeignete Maßnahmen anschließend auf weitere Schulstandorte zu übertragen. Ziel ist, bis Ende 2030 an allen geeigneten städtischen Schulhöfen konkrete Maßnahmen zur Entsiegelung, Begrünung, Verschattung oder Regenwasserbewirtschaftung umzusetzen.
    5. Bei künftigen Neubau-, Umbau- und Sanierungsmaßnahmen an Schulhöfen wird der Grundsatz „Keine unnötige Neuversiegelung“ verbindlich berücksichtigt. Fördermöglichkeiten von Land, Bund und EU sind zu prüfen und zu nutzen.

Begründung

Hitzebelastung wird zunehmend zu einer Herausforderung für die Menschen in unserer Stadt. Besonders stark versiegelte Schulhöfe heizen sich im Sommer auf und bieten häufig zu wenig Schatten. Dabei benötigen die Schüler*innen sowie die Lehrkräfte und das OGS-Personal besonders an Hitzetage mit Temperaturen weit über 30 Grad schattige und möglichst kühle Aufenthaltsflächen mit der Möglichkeit sich angemessen zu beschäftigen.

Mit KliMo besteht bereits eine etablierte Klimaschutzinitiative mit einem besonderen Schwerpunkt auf Schulen und Kitas. Die teilnehmenden Einrichtungen verfügen über eigene KliMo-Teams, in denen auch Schülerinnen und Schüler aktiv eingebunden sind.
Anhand von „Pilot-Schulhöfen“ lassen sich gut Erfahrungen sammeln: Welche Flächen können entsiegelt werden? Welche Bäume und Pflanzen eignen sich? Wie lässt sich Regenwasser zurückhalten? Welche Verschattung wird angenommen? Welche Ausstattung brauchen Lernende und Betreuende, um sich draußen im Schatten aufhalten zu können? Welche Kosten entstehen und welche Fördermittel können genutzt werden?

So kann aus den Erkenntnissen ein tragfähiges zügig umsetzbares Konzept werden. Ein grüner Schulhof ist mehr als eine Maßnahme gegen Hitze. Entsiegelte Flächen können Regenwasser aufnehmen, Bäume und Vegetation schaffen, Schatten bieten und verbessern das Mikroklima. Begrünte und naturnahe Bereiche erhöhen zudem Aufenthaltsqualität und Biodiversität. Ein grüner Schulhof kann ein Lernort fürs ganze Jahr werden.
Moers hat bereits Strukturen, Ideen und konkrete Ansatzpunkte. Jetzt müssen wir daraus grüne und klimaresiliente Schulhöfe mit Aufenthaltsqualität machen.


Mit freundlichen Grüßen
Die Fraktionsvorsitzenden
Christopher Schmidtke Gudrun Tersteegen