Busverkehr in Moers: Geplante Umleitungen werfen Fragen auf

18. März 2026

Mit der geplanten Baustelle auf der Rheinberger Straße werden sich in Moers in den kommenden Wochen die Linienführungen im Busverkehr deutlich verändern. Bereits jetzt ist absehbar, dass zentrale Haltestellen wie Rathaus, Königlicher Hof und Augustastraße zeitweise von einigen Linien nicht mehr angefahren werden. Damit sind ausgerechnet die Punkte betroffen, die für viele Menschen im Alltag besonders wichtig sind, als Umstiegsknoten, für Arztbesuche oder für den Weg in die Innenstadt.

Zentrale Haltestellen fallen weg
Die geplanten Umleitungen führen dazu, dass mehrere wichtige Haltestellen vorübergehend entfallen oder nur noch eingeschränkt erreichbar sind. Für viele Fahrgäste bedeutet das:
•         längere Wege zur nächsten Haltestelle

•         zusätzliche Umstiege

•         eine insgesamt schlechtere Erreichbarkeit zentraler Ziele

Gerade entlang der Rheinberger Straße und im Bereich der Innenstadt wird die Anbindung damit spürbar geschwächt.

Planung wirkt autofahrerzentriert
Baustellen erfordern Umleitungen, das ist unstrittig. Die konkrete Ausgestaltung der Planung wirft jedoch Fragen auf. Aus unserer Sicht ist die Lösung erneut stark am Autoverkehr orientiert: Während der Individualverkehr möglichst weiterfließen soll, werden zentrale Busverbindungen geschwächt und wichtige Haltestellen nicht mehr angefahren. Dabei hätte man die Situation auch anders denken können, nämlich ausgehend von den Bedürfnissen der Menschen, die nicht einfach auf das Auto ausweichen können. Ein alternativer Ansatz wäre gewesen, den Autoverkehr gezielter zu lenken, etwa indem Parkflächen so organisiert werden, dass sie von unterschiedlichen Seiten erreichbar bleiben, ohne die Innenstadt komplett zu durchqueren. Dadurch hätte sich der Durchgangsverkehr reduzieren lassen, mit positiven Effekten auch für den Busverkehr.

Belastung für besonders betroffene Gruppen
Die Auswirkungen treffen nicht alle Menschen gleichermaßen. Besonders betroffen sind:
•         ältere Menschen

•         Kinder und Jugendliche

•         Menschen mit Behinderung

•         Personen ohne eigenes Auto

Für sie ist der öffentliche Nahverkehr oft die einzige verlässliche Mobilitätsoption. Wenn zentrale Haltestellen wegfallen, bedeutet das konkret: Wege werden länger, komplizierter und teilweise schwer bewältigbar.

Fehlende Alternativen verschärfen die Situation
Die aktuelle Planung macht zudem ein grundlegendes Problem deutlich: Moers verfügt derzeit nicht über ausreichend stabile ergänzende Mobilitätsangebote, um solche Situationen abzufedern. Das Carsharing-Angebot wurde in den vergangenen Jahren nicht ausreichend unterstützt und war zuletzt nur eingeschränkt nutzbar. Der On-Demand-Dienst ODI, der den Busverkehr flexibel ergänzen sollte, wurde bereits Ende 2025 eingestellt. Gerade in Phasen mit Einschränkungen im Busverkehr zeigt sich, wie wichtig ein funktionierendes Zusammenspiel verschiedener Mobilitätsangebote wäre.

Die Baustelle auf der Rheinberger Straße ist vorübergehend, die grundsätzlichen Fragen bleiben. Für die Grünen in Moers ist klar: Mobilität muss sich an den Bedürfnissen der Menschen orientieren, insbesondere an denen, die nicht auf das Auto ausweichen können. Dass zentrale Haltestellen wie Rathaus oder Königlicher Hof zeitweise nicht mehr angefahren werden, ist aus unserer Sicht der falsche Ansatz. Baustellen sollten nicht nur verwaltet werden, sondern auch als Chance genutzt werden, um Mobilität gerechter, nachhaltiger und zukunftsfähiger zu gestalten.
Moers kann das besser.