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12.11.04 Schaffung von Arbeitsplätzen auch für die Grünen in Moers das wichtigste - aber an richtiger Stelle

Maren Schmidt, Fraktinsvorsitzende: Für die Ratsfraktion der Moerser Grünen ist der erste Schritt getan: der Antrag auf Beendigung der Planungen von Moto-World ist eingebracht und die Besichtigung der Rennstrecke in Venray ist abgesagt. Die Entscheidung gegen dieses Groß-Projekt am Kohlenhuck wird in der nächsten Ratssitzung im Dezember getroffen werden.

Die Befürworter der Autorennstrecke sind in letzter Zeit sehr aktiv im Leserbriefe-Schreiben, sie machen sich aber anscheinend wenig Gedanken darüber, was sie der Region antun wollen. Arbeitsplätze schaffen und die Stadt weiter entwickeln sind natürlich die wichtigsten Aufgaben, auch für uns Grüne. Bei dem Projekt Moto-World müssen wir allerdings feststellen, dass der Investor in einer ersten Projektstudie von 1000 Arbeitsplätzen sprach, die aus der Region besetzt werden sollten. Inzwischen ist die Anzahl schon auf nur noch ca. 200 Arbeitsplätze geschrumpft. Das sind Planungen, eine Garantie für die Schaffung von qualifizierten Arbeitsplätzen gibt es nicht. Wir bezweifeln, dass deren Bestand gesichert ist. Parkeinweiser bei Autorennen sind keine qualifizierten Arbeitsplätze.

Wir glauben nicht an einen langfristigen Nutzen dieses Großprojektes für die Region, der die Eingriffe in die Natur und die Belastungen für die Anwohner aufwiegt. Jeder Investor denkt in erster Linie an seinen eigenen Profit und weniger an den Nutzen für die Umwelt.

Tatsache ist, dass der Investor in seinem Heimatland Niederlande offenbar kein Glück hatte. Seine Rennstrecke in Venray soll aus Umweltschutzgründen geschlossen werden. Der Bau eines weiteren Super-Renn-Ovals ist dort nicht durchsetzbar aufgrund von Umweltbestimmungen und Anwohnerprotesten. Was in Holland nicht erwünscht ist, sollen wir nun akzeptieren.

Druck gemacht wird nun durch die Androhung von eventuellen Schadensersatzansprüchen. Wenn der Investor bei dem jetzigen Stand der Planungen, allein nach dem Antrag auf Änderung des Gebietsentwicklungsplanes, schon einen Anspruch auf Schadensersatz hätte, dann wäre ja jede weitere Prüfung, also auch die Umweltverträglichkeitsprüfung, hinfällig.

Wir stellen uns für den Niederrhein einen Tourismus vor, der in die schöne, grüne Landschaft passt. Autorennen ziehen nur Tagesbesucher an, die nach der Veranstaltung schnellstens den Ort wieder verlassen um die Abgase und den Lärm hinter sich zu lassen und wollen nicht ihren Urlaub neben einer Rennstrecke verbringen.


Von: Fraktionsbüro






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